Einblick in meine Welten

Tauchen Sie ein in meine literarischen Schöpfungen und entdecken Sie die fesselnden Erzählungen, die darauf warten, gelesen zu werden. Hier finden Sie exklusive Anekdoten und spannende Szenenausschnitte, die Ihre Neugier wecken.

Unveröffentlichte Anekdoten

Erleben Sie kurze, noch nie veröffentlichte Anekdoten aus meiner Feder. Diese kleinen Geschichten geben Ihnen einen einzigartigen Einblick in meine kreative Gedankenwelt und meinen Schreibstil. Lassen Sie sich von diesen besonderen Momenten inspirieren und spüren Sie die Magie, die meine Bücher auszeichnet.

Fesselnde Szenenausschnitte

Leseproben aus dem aktuellen Buch "Lachen, Weinen, Weitererzählen" sind hier derzeit nicht aufgeführt. Sie liegen aus lizenzrechtlichen Gründen beim Verlag BoD · Books on Demand GmbH, Überseering 33, 22297 Hamburg, bod@bod.de

Neugier wecken

Mein Ziel ist es, Sie mit diesen Leseproben neugierig auf meine vollständigen Werke zu machen. Ich schreibe fesselnde Geschichten, die Leserinnen und Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitnehmen. Lassen Sie sich von meinem Stil verzaubern und entdecken Sie Ihr nächstes Lieblingsbuch. Sie erhalten meine Bücher und eBooks im internationalen Handel.

Leseproben

Die nachfolgende Anekdote lebt von der kindlichen Begeisterung, der immer größer werdenden Versuchung und dem schlechten Gewissen eines Jungen.

Die geplatzte Seifenblase

Der Reiz eines motorisierten Fahrrads ist für einen zwölfjährigen Jungen kaum zu überschätzen. Besonders dann, wenn der Großvater gleich zwei davon besitzt. Mit dem einen Mofa fuhr er täglich zur Arbeit. Das andere stand meist unbeachtet in einem kleinen Anbau neben dem Wohnhaus. Gerade dieses Mofa hatte es dem Jungen angetan. Oft stellte er sich heimlich daneben, legte beide Hände auf den Lenker und träumte von einer Fahrt durch die grünen Felder. In seiner Vorstellung hörte er bereits das gleichmäßige Tuckern des Motors und spürte den Fahrtwind im Gesicht.

Eines Tages wurde aus dem Traum ein Entschluss.

Mit einiger Mühe schob der Junge das schwere Mofa nach draußen und stellte es stolz auf den Ständer. In diesem Augenblick überraschte ihn seine Großmutter.  „Was machst du denn da?“ Eine gute Frage, auf die er selbst keine Antwort wusste. Erst nach kurzem Zögern fiel ihm eine Ausrede ein. „Ich wollte es putzen.“ „Ach so“, erwiderte sie lächelnd. „Pass nur auf, dass du nichts kaputtmachst. Sonst schimpft der Opa ganz bestimmt.“

Kaum war die Großmutter wieder in ihre Küche verschwunden, wurde aus dem Putzen ein kleiner Versuch. Wenn er das Mofa schon nach draußen geschoben hatte, konnte er doch wenigstens ausprobieren, ob der Motor noch funktionierte. Schließlich hatte er seinem Großvater oft genug dabei zugesehen. Nach einigen mühevollen Versuchen begann der Motor tatsächlich leise vor sich hinzutuckern. Für den Jungen war das beinahe ein kleines Wunder. Vorsichtig drehte er am Gasgriff und ein neuer Gedanke nahm Gestalt an.

Einmal um das Haus herum würde doch niemandem schaden. Aus einer Runde wurden zwei, aus zweien viele. Er fuhr zwischen Haus und Garten hindurch, über den Hof und wieder zurück. Zum ersten Mal in seinem Leben fuhr er Mofa. Sein Traum war Wirklichkeit geworden.

„Aber nicht zur Straße fahren!“, ermahnte ihn die Großmutter beim Mittagessen. „Nein, Oma! Versprochen! Ich muss nur noch ein paar Runden fahren“, antwortete er eilig. „Ich muss doch sicher sein, dass der Motor noch gut funktioniert!“

Nach dem Mittagessen zog es ihn sofort wieder hinaus. Nur noch ein paar Runden, redete er sich ein. Inzwischen hatten seine Fahrten allerdings tiefe Spuren im Rasen hinterlassen. Er bemerkte sie wohl, schenkte ihnen aber nicht allzu viel Beachtung. Der Reiz des Fahrens war größer.

Dann geschah es plötzlich.

Der Motor begann zu stottern und verstummte. Das Mofa rollte langsam aus. Erschrocken sprang der Junge ab. Er war überzeugt, etwas zerstört zu haben. Mit einem Mal war alle Freude verschwunden. Er dachte an den Großvater, an die Fahrspuren im Rasen und an seine Mutter, die früher oder später erfahren würde, was geschehen war. Schweigend schob er das Mofa zurück an seinen alten Platz.

„Hast du das Mofa kaputtgemacht?“, fragte die Großmutter wenig später. „Nein“, antwortete er ausweichend. „Der Motor ist wohl doch nicht mehr so gut. Darum benutzt Opa immer das andere Mofa.“ Zum ersten Mal an diesem Tag fiel ihm das Lügen schwer. Als er die tiefen Fahrspuren im Rasen betrachtete, wurde ihm bewusst, dass sich manches nicht verbergen ließ.

Der Nachmittag wollte nicht vergehen. Immer wieder blickte der Junge zur Küchenuhr. Bald würde der Großvater von der Arbeit zurückkehren. Schließlich versteckte er sich im Garten zwischen den hohen Johannisbeersträuchern und wartete. Dann hörte er das vertraute Tuckern eines Mofas. Wenig später rief der Großvater seinen Kosenamen. „Junni, komm! Es ist Abendbrotzeit!“

Natürlich hatte die Großmutter längst alles erzählt. Auch die Fahrspuren im Rasen sprachen ihre eigene Sprache. Der Großvater lief nur wenige Meter an seinem Enkel vorbei, ohne ihn zu entdecken. Erst als er ihm versprach, dass er nichts zu befürchten habe, wagte sich der Junge schüchtern aus seinem Versteck. Er erwartete Vorwürfe und eine gehörige Standpauke. Doch der Großvater legte ihm nur liebevoll den Arm um die Schulter und erklärte ihm ruhig die Gefahren seines Leichtsinns. Dann versprach er ihm, seiner Mutter nichts zu erzählen. Gemeinsam gingen sie zu dem Mofa. Der Großvater füllte etwas Benzin in den Tank, öffnete die Benzinzufuhr und trat kräftig in die Pedale. Sofort begann der Motor wieder gleichmäßig vor sich hinzutuckern.

Der Junge hatte nichts kaputtgemacht. Er hatte lediglich den Tank leergefahren.

Eine größere Erleichterung hatte er wohl selten empfunden. Der Großvater lachte nur und gemeinsam gingen sie zur Oma in die Küche, wo bereits das Abendbrot auf sie wartete.

Das Mofa stand noch viele Jahre an seinem alten Platz. Als es schließlich verkauft wurde, hatte der Junge es kein einziges Mal mehr berührt. Er hatte seinen Traum für einen Nachmittag gelebt.

Der Traum ließ sich mit einer Seifenblase vergleichen, die im Sonnenlicht farbenprächtig schimmerte, lautlos emporstieg und ebenso geräuschlos zerplatzte.

Vielleicht war das genug.

Hinweis: © Jann Bikker, 2026. Alle Rechte vorbehalten. Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe auch auszugsweise nur mit meiner schriftlichen Genehmigung.

Die nachfolgende Anekdote illustriert die Unbefangenheit sowie die Lebensfreude eines Kleinkindes.

Ganz oben im Stroh

Das Korn war mit der Hand gemäht und in Garben zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt worden. Nun wurden sie nahe dem Wirtschaftsgebäude zu einem großen Haufen aufgeschichtet, wo sie bis zum Winter lagerten und später gedroschen wurden.

Die Männer befestigten breite Holzgestelle auf ihren aus Eichenholz gefertigten Schubkarren. Tragegurte über den Schultern halfen ihnen, die schwer beladenen Karren zu bewegen. Auf dem Feld schichteten sie die Garben so hoch auf, dass man nicht mehr über die Ladung hinweg sehen konnte. Für den Rückweg musste die Fuhre gezogen werden.

Für die kleinen Kinder war dieser Tag immer etwas Besonderes. Manchmal durften sie oben auf der Strohfuhre mitfahren. Von dort bot sich ein weiter Blick über das geschäftige Treiben, und das sanfte Schaukeln bereitete ihnen die größte Freude.

Josef war vier Jahre alt, als ihn sein Onkel auf die Strohfuhre hob.

„Setze dich in die Mitte und halte dich gut fest“, wies er ihn an.

Josef nickte und setzte sich.

„Fertig?“

„Ja!“, rief er kichernd.

Langsam setzte sich die Fuhre in Bewegung. Das sanfte Schaukeln ließ sein Gesicht strahlen. Plötzlich huschte etwas dicht an ihm vorbei und verschwand zwischen den Garben.

Am Lagerplatz angekommen, stellte der Onkel eine Leiter an die Fuhre und hob seinen Neffen hinunter.

„War es schön?“

„Ja! Ich möchte noch einmal mitfahren!“

Während die Männer entluden, schichteten die Frauen die Garben sorgfältig zu einem immer höheren Strohhaufen auf. Josef durfte auf der leeren Schubkarre zurückfahren. Dort wartete bereits sein Vater mit der nächsten Fuhre. Sofort lief er zu ihm, um wieder oben auf dem Stroh Platz zu nehmen. Mehrmals ging es so zwischen Feld und Lagerplatz hin und her. Schließlich verlor Josef das Interesse am Mitfahren. Stattdessen betrachtete er den inzwischen riesig gewordenen Strohhaufen. Von dort oben müsste die Aussicht noch viel schöner sein, dachte er.

„Ich möchte zu Nette“, sagte er.

Die Frauen erlaubten ihm hinaufzukommen, und sein Vater trug ihn auf den Haufen.

Kaum war er oben angekommen, rief er: „Da!“

Mit ausgestrecktem Finger zeigte er in eine Richtung. Doch niemand schenkte ihm Beachtung. Alle waren damit beschäftigt, die Garben im Kreis aufzuschichten.

„Bleib schön in der Mitte“, ermahnte ihn seine Tante Nette. „Sonst fällst du noch herunter.“

Josef gehorchte. Neugierig beobachtete er die Frauen bei ihrer Arbeit. Immer wieder musste er einen Schritt zur Seite machen, weil der Boden unter seinen Füßen höher wurde. Er genoss die weite Aussicht und fühlte sich dem Himmel ganz nah. Gelegentlich rutschte er mit seinen kurzen Beinen zwischen zwei Garben. Dann erklang jedes Mal ein belustigtes „Plumps!“, und die Arbeit ging weiter.

Als es erneut passierte, stand Josef auf, kratzte sich am Bein und begann zu grinsen.

Erst ganz leicht.

Dann immer breiter.

Schließlich musste er lachen.

Er verdrehte die Augen, schloss sie kurz und öffnete sie wieder. Nun schüttelte sich sein ganzer Körper vor Vergnügen. Seine Beine zuckten unkontrolliert, als würde er das Stroh feststampfen. Vor lauter Freude quiekte er laut.

Jetzt legten die Frauen ihre Arbeit nieder und schauten zu ihm hinüber. Auch seine Mutter kam herbei.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte sie lachend.

„Das kitzelt so schön, Mama!“

„Wo denn?“

Josef zeigte zwischen seine Beine. Seine Mutter öffnete vorsichtig die Latzhose und zog sie etwas herunter. Im selben Augenblick schoss eine kleine Feldmaus hervor, flitzte durch das Stroh und verschwand blitzschnell zwischen den Garben.

„Da!“, rief Josef erneut und zeigte auf die Stelle, an der sie verschwunden war. Nun brachen alle Frauen in schallendes Gelächter aus. Die kleine Feldmaus hatte sich in Josefs Hose verirrt und dort für das heftige Kitzeln gesorgt.

Natürlich ließen sich die Frauen nun zu allerlei zweideutigen Späßen hinreißen. Josef verstand davon kein Wort. Erst viele Jahre später begriff er die Anspielungen und musste selbst herzlich darüber lachen.

Bis heute erzählt er diese Geschichte gern weiter. Und jedes Mal lacht er dabei fast genauso unbeschwert wie damals – ganz oben im Stroh.

Hinweis: © Jann Bikker, 2026. Alle Rechte vorbehalten. Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Weitergabe auch auszugsweise nur mit meiner schriftlichen Genehmigung.